Was sich Eventfotografen von Veranstaltern wünschen

Eventfotografen können unter allen Bedingungen arbeiten. Bei Regen, bei Schnee, bei schlechtem Licht, auf dem Fußboden. Das gehört zum Job. Wir liefern. Immer.

Aber es gibt einen Unterschied zwischen “es geht” und “es geht gut”.

Dieser Artikel beschreibt, was Veranstalter tun können, damit am Ende nicht nur brauchbare, sondern richtig gute Bilder entstehen. Nicht als Kritik. Sondern als Einladung.

1. Ein vollständiges Briefing. Bitte schriftlich.

Nicht zwei Sätze per WhatsApp am Vorabend. Sondern ein schriftliches Dokument mit Ablaufplan, wichtigen Momenten und Ansprechpartnern.

Der Ablaufplan muss nicht die komplette Disposition mit 200 Positionen enthalten. Sondern die Punkte, die für die Fotografie relevant sind: Wann beginnt die Keynote? Wann ist die Podiumsdiskussion? Wann kommt der Vorstand auf die Bühne?

Besonders wichtig: Überraschungen. Wenn es eine geplante Überraschung gibt, muss der Fotograf davon wissen. Das bleibt selbstverständlich vertraulich. Aber wenn ich nicht weiß, dass um 15:30 Uhr ein besonderer Moment geplant ist, stehe ich möglicherweise gerade am anderen Ende der Halle. Und der Moment ist weg.

Ein Briefing spart Zeit. Und es macht den Unterschied zwischen zufällig entstandenen und gezielt eingefangenen Bildern.

2. Ein fester Ansprechpartner. Mit Mobilnummer.

Während eines Events tauchen Fragen auf. Wo ist der Geschäftsführer gerade? Wann genau beginnt die Rede? Darf ich auf die Bühne?

Dafür brauche ich eine Person, die erreichbar ist. Direkt. Per Mobiltelefon.

Nicht über eine Firmenzentrale. Nicht über eine Hotline mit Sprachcomputer. Sondern eine konkrete Person, die den Ablauf kennt und in 30 Sekunden eine Antwort geben kann.

Das klingt selbstverständlich. In der Praxis fehlt es erstaunlich oft.

3. Licht. Das unterschätzte Thema.

Licht ist das Wichtigste in der Fotografie. Ich kann nur fotografieren, was beleuchtet ist. Klingt banal. Aber in der Praxis passiert Folgendes:

Der Saal wird dunkel. Die Veranstaltung beginnt, das Saallicht geht aus, und auf der Bühne steht ein einzelner Spot. Das sieht atmosphärisch aus. Für Fotos ist es ein Problem. Denn alles außerhalb des Spots verschwindet im Schwarz.

Redner weichen dem Licht aus. Bühnenlicht ist hell und warm. Das ist für Vortragende manchmal unangenehm. Also treten sie einen Schritt zur Seite. Raus aus dem Licht, rein in den Schatten. Verständlich. Aber nicht fotografierbar. Ein kurzer Hinweis an die Redner vor ihrem Auftritt löst das Problem: Bitte im Licht stehen bleiben. 20 Minuten auf der Bühne. Das ist machbar.

Zwei Redner, zwei Lichtzonen. Stehen zwei Personen auf der Bühne, steht oft eine im Licht und die andere im Halbdunkel. Auf dem Foto sieht das aus, als wäre eine Person wichtiger als die andere.

Ein einfacher Tipp, den Veranstalter von politischen Events kennen: Bunte Kreuze auf dem Boden. Markierungen, die zeigen, wo man stehen soll. Damit wissen Redner immer, wo sie gut stehen. Und gut beleuchtet sind.

Beamer und LED-Wände. Zwei klassische Probleme. Erstens: Der Beamer ist so positioniert, dass die Projektion durch den Kopf des Redners verläuft. Redner sind selten größer als zwei Meter. Das lässt sich vorher austesten und justieren.

Zweitens: Große LED-Wände hinter der Bühne. Sie leuchten von hinten, aber von vorne kommt kein Licht. Ich kann nur das Licht fotografieren, das auf den Redner trifft. Nicht das, was hinter ihm strahlt. Das Ergebnis: eine dunkle Silhouette vor einer leuchtenden Wand. Übrigens auch für die Zuschauer anstrengend.

Absprache mit den Lichttechnikern. Lichttechniker hören oft von Rednern: “Es ist mir zu hell.” Verständlich. Aber wenn die Bilder wichtig sind, lohnt sich ein Kompromiss. Das lässt sich im Vorfeld klären.

4. Bewegungsfreiheit und Sichtachsen.

Gute Eventfotos entstehen aus verschiedenen Perspektiven. Dafür muss ich mich im Raum bewegen können.

Wenn die Bestuhlung bis an die Wände reicht, bleiben mir zwei Positionen: ganz vorne oder ganz hinten. Zwei Perspektiven. Für ein ganzes Event.

Genauso wichtig: freie Sichtachsen. Ein großes Blumengesteck zwischen Kamera und Rednerpult sieht auf dem Tisch schön aus. Auf den Fotos steht es im Weg.

Was oft keiner prüft: der Hintergrund. Bei Pressekonferenzen oder CEO-Auftritten steht hinter dem Redner häufig ein grünes Notausgangsschild. Auf einem einzelnen Foto fällt das vielleicht nicht auf. Aber wenn dieses Bild in der Presse erscheint, sieht es nicht so aus, wie Sie es sich vorgestellt haben. Sichtachsen lassen sich planen. Es lohnt sich.

5. Klare Prioritäten bei der Bildlieferung.

“Wir brauchen die Bilder schnell” ist keine Priorität. Eine Priorität ist: “Wir brauchen bis 18 Uhr drei Bilder vom Keynote-Speaker für die Pressemitteilung. Den Rest bis Freitag.”

Je klarer Sie sagen, was Sie zuerst brauchen, wofür Sie es einsetzen und welchen Umfang Sie erwarten, desto schneller und passender liefere ich.

Wenn Sie während des Events bereits Bilder für Social Media benötigen: Sagen Sie das im Briefing. Dann plane ich das ein.

6. Ein Arbeitsplatz. Mit Strom.

Wenn Sie Bilder noch während der Veranstaltung erwarten, brauche ich einen Ort zum Bearbeiten. Kein Büro. Ein kleiner Tisch mit Stuhl und Steckdose reicht. Idealerweise so platziert, dass er nicht von Gästen beansprucht wird.

Ich habe schon im Stehen, im Liegen und während der Autofahrt Bilder bearbeitet. Es geht. Aber an einem Tisch geht es besser. Und schneller.

7. Eine Pause.

Bei ganztägigen Veranstaltungen bin ich oft von morgens früh bis abends spät im Einsatz. Dazwischen kommen Wünsche: In der Pause noch Gruppenfotos, dann Portraits, dann Details vom Buffet.

Auch Fotografen brauchen irgendwann 20 Minuten, um etwas zu essen.

Das ist kein großer Aufwand. Es reicht, eine kurze Pause in den Ablauf einzuplanen. Wer ausgeruht arbeitet, arbeitet besser. Das gilt für Redner, für Veranstalter. Und für Fotografen.

Bessere Vorbereitung. Bessere Bilder.

Keiner dieser Punkte ist kompliziert. Die meisten kosten nichts. Und alle haben denselben Effekt: bessere Bilder. Für Sie.

Nicht weil es bequemer sein soll. Sondern weil gute Bedingungen gute Ergebnisse liefern. Geplant. Nicht zufällig.

Wenn Sie Fragen haben oder Ihr nächstes Event gemeinsam vorbereiten möchten: Sprechen Sie mich an.

Bild von Patrick Lux

Patrick Lux

Moin, ich bin Patrick Lux, Fotograf aus Hamburg. Warum ich gerne Events fotografiere? Weil die Begegnung zwischen Menschen immer wieder spannend erlebe. Der Moment ist oft viel zu kurz ist, um die Bedeutung zu verstehen. Eventfotos sorgen dafür, dass Ihre Veranstaltung in den Köpfen bleibt.